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Rudi Gfaller - Schauspieler, Komponist und Theaterdirektor

Blog Beitrag von Johannes Eberl vom 4.9.2020

Vor rund 100 Jahren trat Rudi Gfaller in Leipzig in der Lehár Operette„Die blaue Mazur“ auf (Zeichnung von G.Grimm, 1922)


2020 steht Franz Lehár, der Meister der „Silbernen Operette“, im Mittelpunkt des Interesses.

Vielleicht gerade deshalb sollte man sich auch eines liebenswerten und heute kaum mehr bekannten Künstlers erinnern, der viele Jahre in Ischl gelebt hat, nämlich an

Rudi Gfaller (*10.11.1882 in Wien - + 11.2.1972 in Bad Ischl)

Gfaller studierte in Wien, wurde im Winter 1906/07 Mitglied des Ensembles am Neuen Theater in Leipzig. Dort lernte er seine spätere Frau, die Sängerin Therese Wiet (1885–1971) kennen.
 

Gfallers Gattin Therese Wiet in „Die spanische Nachtigall“ von Leo Fall, 1922 (Zeichnung Grimm)


Seit 1910 besaß das Ehepaar Rudi Gfaller und Therese Wiet ein Ferienhaus in Bad Ischl, wo nahezu alle Kompositionen Gfallers entstanden. Dem Ischler Heimatverein ist das Gästebuch mit einer reizenden Zeichnung des Häuschens auf dem Doppelblick erhalten.
 

Zeichnung im Gästebuch


Eine Eintragung vom 4. August 1938 hat folgenden Text: „Zur frdl. Erinnerung an einen Ferienaufenthalt auf dem Doppelblick, welches das herrlichste Fleckchen Erde ist was wir je kennengelernt haben. Gewidmet Familie Erwin Tränkmann, Chemnitz, Zentraltheater Operettenhaus
 

Die Gfallers mit den Tränkmanns, Gfaller links im Bild mit Gamsbart


Gfaller hatte mehrere Operetten komponiert, z.B. „Die Sacher Pepi“ oder das inzwischen vergessene Werk „Der dumme August“.
 

Heftchen aus dem Gfaller Nachlass („Erinnerungsschatz“ des Ischler Heimatvereins)


Am Höhepunkt seines Wirkens konnte Gfaller nicht ahnen, was sich über ihm zusammenbraute. Die PanoramaKünstlerspiele in Leipzig, die er gegründet und geleitet hatte, wurden im Jahr 1943 von einer Bombe getroffen.
 

Das ehemalige Panorama in Leipzig


Gfaller übersiedelte mit seiner Gattin in das Feriendomizil nach Ischl, wo er dann bis zu seinem Tod lebte.

Nach dem Krieg schuf er für Bad Ischl das Singspiel „Der feurige Elias“.  Das Libretto stammt von Hermann Demel-Freischmied und Maximilian Gottwald. Die Operette erinnert an die Salzkammergutlokalbahn und wurde 1963 von Eduard Macku uraufgeführt.
 

Dieses hektografierte Heftchen bekamen die Besucher.


Zu Weihnachten 1963  erhielt der Ischler Kaufmann Wolfgang Eibl eine Porträtaufnahme mit folgender Widmung: „Dem lieben Ehepaar Wolfgang und Rosalia Eibl zur bleibenden Erinnerung an die Volksoperette „Der feurige Elias“ und an seinen Komponisten Rudi Gfaller
 

Foto: Ablaius, Leipzig


1963 wurde Gfaller vom Bundespräsidenten das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen.
 

Urkunde


Das Grab Gfallers und seiner Gattin befindet sich auf dem Ischler Friedhof (Sektor 5, Reihe 2).
 

Grab von Rudi Gfaller


Danke fürs Lesen,
Johannes Eberl